Rassistische Grundstimmungen finden sich in vielen Orten in Deutschland, und auch rassistisch motivierte tätliche Übergriffe sind im Jahr 2009 fast schon alltäglich. Diese Normalität ist es, die Täter dazu bringt und es ihnen ermöglicht, ihren Ressentiments auch Taten folgen zu lassen. Die Normalität ist es, aus der die Pogrome erwachsen. Und genau diese Normalität ist es, die es zu durchbrechen gilt.
Nazis? Hier bei uns?
Aber Hallo! Gerade hier, in einer ländlichen Gegend, ist Nationalbewusstsein sehr verbreitet. Ausgehend davon konnte sich neo-nationalistisches Gedankengut entfallten und entwicklen. Ignoranz Toleranz und sogar Akzeptanz sind zudem ein Nährboden für diese menschenverachtende Ideologie. In letzter Zeit vermehrten sich „rechte Straftaten“, welche auf eine gut organisierte, nationalistische Struktur zurückzuführen sind.
Ein großer Teil der lokalen Nazis ist in der „Freien Kameradschaft Höxter“ organisiert, die neben öffentlicher Propaganda auch diverse interne Aktionen planen und durchführen, wie z.B. ein Rechtskonzert in Augustdorf am 07.02.2009. Die regionale Szene wurde nach Polizeiangaben schon auf ca. 50 Leute geschätzt.
Die „Freie Kameradschaft Höxter“ und andere Nazis zeigen sich im Internet, sowie auf Demonstrationen, mit Parolen wie „Sozial geht nur national“ und versuchen sich als soziale Alternative in Szene zu setzen. Dahinter steht jedoch keinesfalls die Absicht, das Leben aller Menschen oder die Lebensbedingungen der Lohnabhängigen zu verbessern. Es geht hierbei um die Ausgrenzung von MigrantInnen, die Bekämpfung dessen, was Nazis als “raffendes Kapital” oder “jüdische Weltverschwörung” bezeichnen und der Formierung einer “Volksgemeinschaft”
nach nationalsozialistischem Vorbild. An den rassistischen, sexistischen und antisemitischen Forderungen der Nazis, wie sie einst schon die NSDAP vertrat, hat sich letztlich nichts geändert.
„Antikapitalismus“ von Rechts
Nazis propagieren ihren angeblichen “Antikapitalismus” stetsin Anlehnung an linke Traditionen, wie in diesem Fall im Rahmen des symbolträchtigen 1. Mai. Dass die Nazis ihre Forderungen als Antwort auf die Zumutungen des Kapitalismus präsentieren, macht sie um so gefährlicher. Nicht zufällig waren die Angebote von Nazis und Faschisten gerade in Zeiten kapitalistischer Krisen oft sehr populär. Auch NPD und Kameradschaften versuchen die aktuelle Krise zu nutzen um gesellschaftlich vorhandene Ressentiments mit Verschlechterungen der Lebensbedingungen breiter Teile der Bevölkerung in Verbindung zu bringen. Dabei setzen sie auf stumpfe Hetze gegen MigrantInnen, Arbeitslose und JüdInnen, eine verkürzte und falsche Analyse der Gesellschaftsordnung und weit verbreitete rassistische und antisemitische Stereotype. Die beste Methode, die angebliche “Kapitalismuskritik” von Rechts vorzuführen, ist ihr eine Analyse der kapitalistischen Gesellschaftsordnung entgegen zu setzen.
Nazis bekämpfen! Aber wie?
Das Faschismus bekämpft werden muss das leuchtet den meisten ein. Auch die bürgerliche Meinungsmaschine wärmt das Thema immer mal wieder in der einen oder der anderen Art auf. Auf der einen Seite immer dann wenn die Nazis mit brutalsten Gewaltexzessen der widerlichsten Art auf sich aufmerksam machen. Dann hat die Presse wieder etwas Sensationelles zu verkaufen, Gewalt ist immer ein Super-Seller. Und dann wird wieder schockiert getan und nach dem Staat geschrieen, der etwas tun soll. Oder aber nach der „Zivilgesellschaft“ die mehr Courage zeigen soll.
STAAT. NATIONEN. KAPITAL. SCHEIßE.
Der Kapitalismus reproduziert tagtäglich sämtliche Probleme der Menschheit, ein System mit einer Minorität von Gewinnern lässt natürlich den Rest der Bevölkerung im Regen stehen. Er ist folglich natürlich nicht in der Lage Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit, Krieg und eben auch Faschismus zu lösen. Also müssen wir das ganze selbst in die Hand nehmen.
Daher ist auch der Ansatz, nämlich „nur“ den Faschismus zu bekämpfen, völlig unzureichend. Dieser Ansatz ist genauso falsch, und von dem der bürgerlichen Ideologen gar nicht so weit entfernt. „Ein Antifaschist, der nur ein Antifaschist ist, ist eben kein Antifaschist.“ Wir können den Faschismus nur wirksam bekämpfen, wenn wir ihn mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbinden. Dazu ist eine revolutionäre Organisierung notwendig, die dafür kämpft, die verschiedenen Kämpfe zusammenzubringen und mit dem Ziel des Sturzes des Kapitalismus zu verbinden.
Unser aller Ziel, den Faschismus letztendlich für immer zu besiegen, das kann nur der revolutionäre Kampf für den Sturz des Kapitalismus.
Kommt am 24.Oktober um 15 Uhr nach Höxter und nehmt an der antifaschistischen Demonstration gegen „Nazistrukturen und rassistische Aktivitäten“ teil.
Keine Homezone für Nazis!
Antifaschistische Initiative Höxter [A.F.I.]
